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Dieses Thema enthält 2 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  melanie vor 3 Monate, 2 Wochen.

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  • #449

    Ulli
    Teilnehmer

    Jeder liebt sein Kind, seine Kinder über alles auf der Welt.
    Ist es nicht so?

    Man gibt sich vom ersten Tag an Mühe, das sein Ein und Alles beschützt und behütet ist.
    Leicht kann man das, solange die neuen Menschen nicht in Berührung mit dem unausweichlichem System kommen müssen.
    Aber sie müssen, sie müssen es alle.

    …und dann?
    Man versucht, sie so behütet wie möglich unter zu bekommen und ist man dann guter Hoffnung denkt man wieder an sich selbst, man möchte ja auch nicht ewig aus dem System fallen und muss/will unbedingt wieder arbeiten gehen.
    Aber was bedeutet best behütet?
    Woher weiß man, im Vorfeld, was das Beste ist?
    Man hofft einfach darauf, wenn man sich sicher ist.

    Nun die große Frage.:
    ist es für die Kinder gut, von Anfang an ihrer Teilnahme am System am besten beschützt und behütet zu sein, oder stellt man ihnen, sofern man tatsächlich die beste Kita, durch Zufall erwischt hat oder ergattern konnte, dadurch nur ein Bein?
    Was ist, wenn sie dann eingeschult werden? Was, wenn sie die einzigen sind, die eben das Beste und behütetste erfahren durften?
    …sie werden zu Außenseitern. Unbewusst.
    Ihnen geht es schlecht, obwohl sie nicht wissen warum.
    Sie werden schon in der ersten Klasse gemobbt, auch wenn dies noch sehr human ausfällt.
    Aber sie verstehen die Welt nicht mehr.

    Diese Kinder freuen sich, so wie alle anderen auch auf den Beginn der Schulzeit, können es nicht erwarten, sind ungeduldig, emotional überschwänglich, wissbegierig und werden dann, nach meist 7 Jahren behüteten Leben von jetzt auf gleich mit der Realität konfrontiert.

    Sie kommen nach spätestens der 2. Woche Schulzeit verstört nach Hause und betteln, das sie dort bitte nie wieder hin müssen, weil sie mit ihrem meist unbewusst selbstbewussten Auftreten anders sind und sie keiner leiden kann. Weil es dort viel zu laut ist, sie tagtäglich Kopfweh haben ohne zu wissen warum. Sie sind so schlau und wollen gern lernen und werden geschockt von Äußerungen wie „blöde Sau“, „verdammt“ , „Arschloch“ …und …nun ja, noch viel schlimmeren.

    Zu Hause ändert sich ihr Verhalten, sie essen schlecht, schlaften schlecht, werden von Tag zu Tag bleicher, werden agressiv und schreien ihre Eltern an, was sie zuvor niemals taten.
    Sind selbst entsetzt darüber, weil sie nicht verstehen warum etwas anders ist. Die Kinder können sich nicht mitteilen, einfach weil sie nicht wissen was Sorge aussprechen bedeutet, denn sie hatten ja noch nie Sorgen.

    Mit dem Beginn der Schulzeit ändert sich das Leben.
    Das natürliche unbeschwerte Leben, so wie es uns in die Wiege gelegt wird, endet. Und zwar abrupt!

    Sein Kind zu beschützen, es aufwachsen zu sehen, ihm ununterbrochen Liebe zu schenken, gut zur Seite zu stehen, ihm dabei zu helfen in der Welt zurecht zu kommen, …das, so denke ich, ist Instinkt in jedem von uns.
    Es umzusetzen nicht immer einfach.
    Dem Kind damit gutes getan zu haben, eine ganz andere Frage.

    …gerne mehr, bis zum Abitur meinetwegen und darüber hinaus…

    Das ist ein unerschöpfliches Thema.

    Ich denke an die Kinder, an unsere Zukunft.

    Danke für’s lesen.

    #450

    Lars
    Teilnehmer

    Hallo Ulli, tolle Worte hast Du da gefunden. Ich kann mich noch gut an die Worte der Kindergärtnerin meines Sohnes errinnern, dass wir ihm mit einer zu frühen Einschulung ein Jahr seiner Kinderheit nehmen würden. Und meine Kinder beschweren sich auch über die Lautstärke an der Schule, mein Sohn hasste in den ersten beiden Jahren jede Pause.

    Aber es ändert sich auch irgendwann, die Kinder werden älter und reifer. Mein Sohn ist nun mittlerweile in der 4. Klasse und sich an die Situation gewöhnt und kann sich und seine Umwelt viel besser einschätzen.

    Ich denke, es wird sehr schwer werden, für jedes individuelle Kind ein geeignetes Schulsystem zu finden. Daher müssen sich auch die Kinder anpassen und mit dem Schulsystem klar kommen. Es kommt natürlich auch auf die Schule an, vielleicht hatten wir da einfach Glück….

    #451

    melanie
    Teilnehmer

    Hallo,

    vielen Dank für´s Schreiben, ein wirklich wichtiges Thema.

    Ich finde es auch noch ganz besonders Wichtig immer die Kommunikation mit den Erziehern und Lehrern zu suchen. Sie sind meist dankbar über jeden Kummer den die Kinder betreffen, bescheid zu wissen. Auch Anregungen nehmen sie ernst.
    Kinder teilen sich eher ihren Eltern mit, diese wiederum sollten das unbedingt in den Einrichtungen klären, b.z.w. weitergeben. Nur so können die Probleme der Kinder geklärt werden. Das ist oft gar nicht so schwer.

    liebe Grüße,
    Melanie

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